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Unsere Rentiere – Lernen Sie Rentiere in Finnland kennen

Rentiere sind für den Weihnachtsmann besonders wichtig. Wenn gut für sie gesorgt wird, können seine Geschenke jedes Weihnachten überall auf der Welt ankommen. Unsere Familie kümmert sich seit Jahrzehnten um Rentiere und kennt sich mit ihrem Wohlbefinden bestens aus. Diese lange Tradition und Erfahrung helfen uns, unsere Rentiere gesund und munter zu halten. Auch wenn die geschäftigste Tourismussaison nicht das ganze Jahr dauert, ist die Versorgung der Tiere eine ganzjährige Aufgabe, die Engagement und Hingabe erfordert.

Das Wohlbefinden von Menschen und Tieren hat für uns höchste Priorität. Wenn es unseren Rentieren und Mitarbeitenden gut geht, können wir allen, die unsere Angebote nutzen, unvergessliche Erlebnisse bieten. Unsere Mitarbeitenden sind geschult, mehr über unsere Rentiere und ihr Leben zu erzählen, und geben gern spannende Einblicke in diese einzigartigen Tiere. Wenn Sie mehr über Rentiere in Finnland erfahren möchten, sind Sie hier genau richtig.

Wissenswertes über Rentiere in Lappland

Das Rentier (Rangifer tarandus tarandus) ist ein halbwildes Paarhuftier, das im Spätmittelalter aus dem Wildren domestiziert wurde. Rentiere sind eher klein, aber kräftige und widerstandsfähige Tiere des Nordens. Ein männliches Rentier wiegt 90–180 kg und hat eine Schulterhöhe von etwa 110 cm. Sein Geweih kann bis zu 10 kg wiegen. Weibliche Rentiere sind etwas kleiner: Sie wiegen 60–100 kg und sind an der Schulter etwa 90 cm hoch. Ihr Geweih ist kleiner und leichter. Rentiere werden im Durchschnitt 10–15 Jahre alt, können aber bis zu 20 Jahre leben.

Die Nahrung der Rentiere hängt von der Jahreszeit ab. Im Frühling und Sommer fressen sie verschiedene Gräser, Heu, Zweige, Flechten und Blattknospen; später kommen Blätter von Bäumen und Sträuchern hinzu. Im Herbst bereiten sie sich auf den Winter vor und fressen neben Pilzen auch Zweige, Gräser und Heu. Im Winter, wenn Nahrung knapp ist, suchen sie besonders nach Flechten.

Wir glauben daran, die Dinge richtig zu machen

Nachhaltigkeit, Tierwohl und Respekt vor der Natur stehen im Mittelpunkt unseres Handelns – nicht nur in Worten, sondern bei jeder unserer Entscheidungen.

So hat sich das Rentier an den hohen Norden angepasst

Hufe

Rentiere besitzen viele Merkmale, die perfekt zu den Bedingungen im Norden passen. Dazu gehören ihre breiten Hufe, die ihnen helfen, sich durch tiefen Schnee und sumpfiges Gelände zu bewegen. Mit der scharfen Hufkante können sie sogar unter tiefem Schnee nach Nahrung graben. Einer ihrer wichtigsten Sinne ist der ausgezeichnete Geruchssinn. Damit finden sie das ganze Jahr über Futter – sie können Flechten sogar unter einer meterdicken Schneedecke riechen!

Fell

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das warme, dichte Fell des Rentiers. Es gilt als das zweitwärmste Fell der Welt; nur das Fell des Eisbären isoliert noch besser. Die Besonderheit: Jedes einzelne Haar ist hohl und bildet so isolierende Luftkammern. Die dichte Unterwolle sorgt für zusätzliche Wärme. Auch Schnauze und Beine sind behaart, doch das Haar an den Beinen schützt nicht so gut vor Kälte wie das übrige Fell. Dank ihres besonderen Blutkreislaufs und der Ölsäure im Knochenmark frieren die Beine selbst bei sehr niedrigen Temperaturen nicht ein.

Im Sommer wäre das Winterfell für Rentiere zu warm. Deshalb wechseln sie zu einem dünneren Sommerfell.

Geweih

Im Sommer beginnt auch das neue Geweih zu wachsen, das jedes Jahr erneuert wird. Weil der Sommer kurz ist, muss es vor dem Herbst schnell wachsen. Rentiergeweih ist der am schnellsten wachsende Knochen der Welt: Es kann bis zu 2 cm pro Tag wachsen! Während des Wachstums ist das Geweih von einer empfindlichen Hautschicht bedeckt. Im Herbst, wenn es ausgewachsen ist, reibt das Rentier diese Haut ab; das Geweih wird hart, gefühllos und robust. Männliche Rentiere setzen ihr Geweih während der Brunftkämpfe ein und werfen es danach ab. Weibchen verteidigen damit ihre Kälber und die besten Futterplätze und behalten ihr Geweih bis ins späte Frühjahr. Auch Kälber bekommen im ersten Sommer ein kleines Geweih.

Rentierkalb

Die Brunftzeit der Rentiere ist im September und Oktober. Die Trächtigkeit dauert sieben Monate, und ein Rentierweibchen bringt normalerweise im Mai ein Kalb zur Welt. Das Kalb wiegt 4–6 kg, wächst aber dank der fettreichen, nahrhaften Milch seiner Mutter schnell. In den ersten Lebenswochen schützt braunes Fett um den Darm das Kalb; es macht etwa 1–2 % seines Körpergewichts aus. Nach dem Ende der Säugezeit wächst das Kalb mit der vielfältigen Nahrung der nordischen Natur weiter. Mit ungefähr einem Jahr wird es selbstständig.

Rentierhaltung

Ursprünglich wurden Rentiere gezähmt, um Milch und Fleisch zu gewinnen, schwere Lasten zu tragen und zu ziehen sowie als Locktiere für die Jagd zu dienen. Außerdem lieferten sie Material für Kleidung und Werkzeuge. In der nördlichen Wildnis waren Rentiere ein wichtiges Fortbewegungsmittel. Bei der traditionellen Rentierhaltung zog man mit den Tieren von den sommerlichen Weideflächen im Norden in die südlicheren Wälder, wo sie überwinterten. Eine Strecke konnte in eine Richtung bis zu 400 km lang sein.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Rentierhaltung durch die Entstehung von Landesgrenzen und den technischen Fortschritt verändert. Statt mit den Tieren zu wandern, werden Herden heute mit Schneemobilen und GPS-Geräten gehütet. Rentiere werden zunehmend auch im Tourismus eingesetzt, etwa bei Besuchen auf Rentierfarmen und Rentierschlittenfahrten. Rentierfleisch ist eine beliebte lappländische Spezialität; Knochen, Geweih und Leder sind bekannte Materialien für Kunsthandwerk in Lappland.

Im Rentierzuchtgebiet Nordfinnlands leben ungefähr 200.000 Rentiere frei. Jedes Tier hat jedoch eine Besitzerin oder einen Besitzer und eine individuelle Ohrmarkierung. Zweimal im Jahr werden die Rentiere zum Sammeln und Sortieren zusammengetrieben: im Hochsommer und im Herbst. Dann versammeln sie sich wegen der vielen Mücken und der Brunftzeit von selbst. Bei den Zusammenkünften werden die Tiere gezählt und gegen Parasiten behandelt. Kälber erhalten durch einen Einschnitt im Ohr die Markierung ihres Besitzers, und die für die Schlachtung vorgesehenen Rentiere werden von der Herde getrennt.

Erleben Sie den Alltag eines Rentierhirten und erfahren Sie mehr über die Rentierhaltung: Besuchen Sie unser Rentierhirten-Erlebnis.